Die Anfänge (m)einer Gedichtsepoche

Ja, gut. Der Text von eben ist nicht richtig, nicht mehr. Aber auch nicht gänzlich falsch. Was stimmt, ich hatte die ersten Gedichte nicht mehr, weder im Kopfe noch auf Papier. Auch bei ersten Rundfragen innerhalb meiner Familie blieb es bei einem „Tut mir leid“. Mein Vater jedoch war sich sehr sicher, sie irgendwo noch lungern zu haben. So suchte und wühlte er und fand die kleinen Texte sogar wirklich nach einiger Zeit. Daher, wie auch im vorherigen Text versichert, stelle ich diese Euch zur Verfügung. Ich erlaubte mir sogar, auch aus Peinlichkeit vor diesen Zeilen, eine zumindest halbwegs überarbeitete Version nebenan zu stellen. Und ich entschuldige mich, die vorangegangene Seite aufgrund dieses Nachtrags nicht überarbeitet zu haben. Aber meine Gelassenheit, manche würden von Faulheit reden, hielt mich davon ab, besser gesagt, mir passt der bestehende Text einfach zu sehr. Und so sind die nun folgenden schrecklichen Zeilen nicht ganz so auf dem Teller präsentiert. Die drei Gedichts-Minibänder stammen im Übrigen alle aus dem Jahre 2012, teils März, teils April.

Miniband eins – Im Garten

Ich nehme es mir aber nicht, ein paar Informationen zu den drei Gedichtbänden niederzuschreiben. Tatsachen, die mir noch im Kopfe hängen blieben oder wieder aufblitzten, nachdem ich meine eigenen Zeilen gelesen hatte, oder vergeblich suchende Erklärungsversuche sollen schon noch ihren Platz hier finden. Damit sind wir auch schon mitten im Thema. Mein erstes Band und auch wirklich die ersten Gedichte, die ich jedenfalls in Erinnerung habe, entstanden aus heiterem Himmel im Garten – wie kreativ der Name gewählt war. Die Wochenenden, die wir im Garten verbrachten, waren mit prächtigem Wetter beschmückt. Ein blaues Meer am Himmel, nur vereinzelt kleine weißliche Inseln im weiten Meer, eine brodelnde Wärme von der Sonne, die bei jeder Schattenmeidung zu Ausdünstungen führte, und eben Langeweile. Mit den beiden Hunden war nicht mehr zu spielen, auch sie mussten sich von dieser Hitze im Schatten erholen. Der Laptop war mitgenommen, ein wenig durch die Spiele geklickert, Zeit noch immer vorhanden und gedanklich baute sich der Wille auf, einen Reim auf „Es wird immer heißer“ zu finden. So begann es, die gedanklichen Spiele, die die ersten kleinen Gedichte formten, vom damaligen Wetter angetrieben. Einzig allein kleine Rechtschreibfehler habe ich mir erlaubt zu entfernen. Das Miniband: Im Garten besteht nebenbei bemerkt aus 4 kleinen Gedichten.

Immer heißer

Originale Version

Es wird immer heißer,

selbst vom Thron fällt der Kaiser.

Die Gärtner gehen unter die Matten,

die Bäume suchen einen Schatten.

Die Wiesen brennen bei 65 Grad,

was bin Ich ein Schwachmat?

Es wird immer heißer,

selbst vom Thron fällt der Kaiser.

Was geschehen ist geschehen,

wer kann da noch weiter gehen?

Die Sonne hat Spaß,

und wir müssen leiden,

wer will hier denn noch bleiben?

Überarbeitete Version

Einst waren Tage reich belebter Natur,

und es ist noch gar nicht lange her.

Doch heute ist die Landschaft menschenleer,

wohin ist die schöne Zeit, wohin denn nur?

 

Tag um Tag wird es seither heißer.

In Bauten verschanzen sich die Menschen,

kein Tier gedenkt noch zu kämpfen,

und vom Thron fällt der Kaiser.

 

Die brodelnde Sonne strahlt unentwegt,

vorbei die frischen Grade, die wir einst hatten.

Nun suchen Bäume einen Schatten,

hoffen, dass sich das Wetter wieder legt.

 

Die letzten Wurzelgräser beginnen zu leiden.

Brände zeichnen ein neues Landschaftsbild,

und offenbart dem Menschen sein Spiegelbild.

Welcher Wald wird danach noch bleiben?


Alles vorbei?

Originale Version

Nun ist alles vorbei,

Verflucht sei der heiße Mai.

Mit glatten 88 Grad,

nimmt das Schicksal seinen Rad.

Es wird gedreht so doll man kann,

„es bringt nichts“, sagt der Mann.

Die Hoffnung flüchtet auf Den Jupiter,

wer nur, wer: sorgte für diesen Ärger

Die Sonne lacht,

man kann’s nicht glauben,

dort liegen Wolkenschrauben.

Doch sie verschwinden.

Wie konnte so etwas geschehen?

Nun ist alles vorbei,

Verflucht sei dieser Mai.

Überarbeitete Version

Die Hoffnung droht zu schwinden.

Nicht ein Wolkenschauer lässt sich finden,

um das glühende Auge zu erblinden.

So heizt es schon zu früher Stund’,

den einst so grünen Planeten trocknend wund.

 

Erbarmungslos lacht sie hämisch härter,

gestaltet Temperaturen stetig schwerer,

und brennt frohe Landstriche leerer.

Wer sich noch nach draußen traut,

wird gewiss seinen letzten Kräften geraubt.

 

Kann man diesem Schicksal denn entrinnen,

und nicht nur die Sonne hier so gewinnen?

Eine neue Kraft muss keimen, muss beginnen,

sich dieser Übermacht kraftvoll entgegenstellen,

und diese unendliche Energie endlich still stellen.

Neue Hoffnung will man meinen …


Letzte Hoffnung

Originale Version

Dort über den Wald sind Wolken,

die ganz laut grummen.

Es kommt ein helles Licht,

das der Sonne Angst macht.

Mit Donner und Blitz wird dort oben gekracht.

„Wie kann das sein?“, sagt die Sonne,

diese Wärme kommt in die Tonne.

Dieter Bohlen und Günter Jauch,

die Erde bekommt ein Bauch.

Nicht aus Wasser ob warm oder kalt,

Sondern einen Wald.

Es entsteht neues Leben,

Das die Wolken uns haben gegeben.

Dort über den Wald sind Wolken,

die ganz laut grummen.

Überarbeitete Version

Ein schweres Brummen ist zu hören,

doch ist es kein Magen, der hier knurrt.

Es kommt von Wolken aus der tiefen Ferne,

sieht der Bauer, der sich heraustraut.

 

Eine finstere Front will die Sonne stören.

Ihr Weg gen glühende Hoheit bleibt unbeirrt,

auf das sich Mutter Erde wieder auswärme.

Auf das hitzige Ende die Hoffnung sich baut.

 

Die dunkelgraue Wolke hat geschworen,

dass dieser Feuerball wird abgeführt.

Und gegen die gestaute Wärme,

sind in den Wolken Wassermeere gestaut.


Um so besser

Originale Version

Nur noch 30 Grad müssen verschwinden,

die Steine gehen noch baden.

Es geht wieder,

selbst mit dem Biber.

Er baut einen Damm,

um Wasser zu speichern.

Das Wasser nimmt der Gärtner gern,

Aber die Bäume … – hm verdammt.

Hinter den Wolken,

der Mond entstand.

„Über den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.“

Der Kaiser setzt wieder ein Bein.

Ist das nicht schön?

Nur noch 30 Grad müssen verschwinden,

die Steine gehen noch baden.

Überarbeitete Version

Gewaltige Ergüsse vom Himmel fallen,

vertrockneter Boden und Natur gehen baden,

spülen die Wärme fort aus der Luft,

mit Bächen und Flüssen andernorts.

Teiche erblicken neue Lebenskraft,

Fische in Flüssen neue Lebenskraft,

Mensch und Tier zeigen sich in voller Pracht.

 

Tag um Tag wird Wasser gegossen,

auf alles unter der einst so dunklen Dunst.

Ein Großmeer liegt auf dem Boden,

konnte der Boden kein Wasser aufnehmen.

Es klebt nicht der eigene Körper,

es klebt der Landstrich unter den Füßen.

 

Kein Licht der Sonne hat Kraft,

kein Strahl durch die Wolkenschacht.

Keine aufheizende Hitze mehr.

Nirgends eine schreiende Hand.

Nasser Nebel lichtet sich,

und zeigt des Mondes blasses Gesicht.


Miniband zwei – Wasser, wo?

Dieses Miniband ist mir am wenigsten im Kopf geblieben. Ehrlich gesagt, gar nicht mehr in einem meiner Gedankenschränke gelagert. Der Grund wird aber schnell ersichtlich sein, weshalb es wohl so ist. Ich weiß, es siedelte noch zu der Zeit im Garten an, als die Lust des Dichtens in mir keimte. Und es sollte zu „Im Garten“ passen. Ob es zu dieser Zeit nur kühler wurde, oder sich langsam Regen ankündigte, kann ich nicht mehr sagen. Vier Überschriften für vier Gedichte hatte ich mir schon überlegt – wohlgemerkt habe ich damals zuerst das Miniband und die Titel überlegt, bevor es an die Gedichte ging – nur eines fertiggestellt und ein zweites angefangen. Dies sollte die Ursache erklären, des in Vergessenheit geratenen Minibands. Aber die zwei Titel der letzten beiden geplanten Gedichte kann ich gerne nennen. Sie lauteten „Unter Wasser“ und „Schwimmen mit Fischen“. Nachtrag: Ich bin der Überzeugung, es war dem großen Pool im Garten gewidmet und der Vorstellung, es hätte ein kleiner See sein können – zumindest aber ein Durchgang zu einem See anderswo.

Da ist aber kein See

Originale Version

Da ist aber kein See,
du Wasserfee.
Das ist nur ein großes Loch,
wo ich vorhin’s kroch,
um ein Eis zu holen,
du Dieter Bohlen.
Mir wird schon wieder heiß,
ich hol’ mir noch’n ein Eis.
Das ist aber kein See,
du Wasserfee!
Aaahhhh!

Überarbeitete Version


Der Tunnel zum Meer

Originale Version

Cool, ein Tunnel,
neben einen Rummel.
Das ist der Tunnel zum Meer,
mit vielen schlafenden Bären.

Überarbeitete Version


Miniband drei – Der Männerabend

Der Abend

Originale Version

Beim Abend ist nur mein Vater und ich,
mehr brauchen wir nich.
Fernseher und Computer,
Bett und Brett,
den Dreck und einen Fleck.
Tja so ist der Männerabend,
so soll man es machen,
nicht zu leise, denn es soll ja noch krachen.
Doch was ist mit der Tür dort,
jemand klopft.
Beim Abend ist nur mein Vater und ich,
mehr brauchen wir nich.

Überarbeitete Version


Was ist los?

Originale Version

Was ist los, wer ist das,
wer stört uns beim Spaß?
Das sind Kerle,
so viele wie eine Insektenplage.
Sie stürmen in die Bude,
selbst für den Kater wirds zumute.
Was ist los, wer ist das,
Wer stört uns beim Spaß?
Das sind Kerle,
so viele wie eine Insektenplage.
Inzwischen ist es 22 Uhr,
wie gehts weiter?                                          
!Natooll! Jetzt kommt auch noch ein Bär.

Überarbeitete Version


Ordnung und Schlafen

Originale Version

Der Bär brüllt und grummelt,
der Coole immernoch bummelt.
Jetzt kommen die Krallen,
es wird geschrien.

Zum Kaiser wird gebeten:
„Hilf uns“, doch Oskar eine Fanta nur kauf.
Die Tür ging auf,
sie donnern und rasen,
und fetzen und sausen,
und düsen und jagen,
kam doch der coole in gang.
Der Bär brüllt und grummelt,
der Coole immer noch bummelt.
Die Tür geht zu,
man hört, die Kuh macht wieder Muh.
Es kommt, die Ruh,
Der Bär räumt auf,
Betten werden gemacht,
was für eine Pracht.
Wir verabschieden uns von den Giraffen,
und gehen schlafen.
Mit Schnarchen,
und veraschen,
hört der Abend gut auf.
Ganz leise wird geredet:
Der Bär brüllte und grummelte,
der Coole davor noch bummelte.

Überarbeitete Version